Die Geburt der Weißen Göttin

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Vor Jahren besuchte ich die Wieskirche in Oberbayern. In einem Seitenraum hingen Votivbilder. Ich war bewegt von den schlichten Gemälden, die meist eine wunderbare Rettung aus Krankheit, Not und Feuersbrunst in Bild und Text darstellen. Ich schmunzelte über die naiven Texte, die erklären, was nicht erklärt werden muß, aber sogleich wurde mir klar, daß die Texte nicht erklären, sie sind Opfergabe wie das Bild. Es war eine Erleuchtung. Im Hinterzimmer des grandiosen spätbarocken Gesamtkunstwerks hatte sich ein Stück vor-künstlerischen Ausdrucks bewahrt. Das war etwas Wunderbares, das sich dem Geschmacksdiktat des Professionalismus entzieht. Ich dachte: So möchte ich malen. Solche Bilder. Mit Texten solcher Art.

„Erleuchtung“ – ist das nicht etwas zu hoch gegriffen? Nicht wenn wir das englische Wort dafür setzen, nämlich enlightenment. Das ist „Aufklärung“!

Der Mythos der „Weißen Göttin“ wurde formuliet von dem englischen Schriftsteller und Lyriker Robert von Ranke-Graves, sie ist die „Muse oder Mutter allen Lebens, der uralten Macht von Furcht und Wollust, derenUmarmung der Tod ist.“

„Die Geburt der Weißen Göttin“, 2002, 120×80, Acryl auf Masse auf Leinwand, 1.900 €



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