Der Flötenspieler und sein Weib

Flötenspieler_klein

Friedrich der Große ist mir ein Beispiel für Klarsicht, für gnadenlose Selbsteinschätzung. Mich besticht seine Einsicht in die eigene Schwäche, in die Geringfügigkeit der Mittel seines Landes – und wie er aus dieser Einsicht, aus Nüchternheit und Kaltblütigkeit seine Kraft gewinnt. Sexuell war er gehemmt, vermutlich aufgrund einer unsachgemäßen Operation in seiner Jugend. Für seine Ehefrau hat er den entflammten Ehemann gespielt, für die grandiose Tänzerin Barbarina den feurigen Liebhaber, schließlich (weil alle Affären offensichtlich „folgenlos“ blieben) den Homosexuellen. Nach den Ehrbegriffen seiner Zeit war es für einen König und Feldherrn möglich, ein Homosexueller zu sein, nicht aber ein Eunuch.

„Der Flötenspieler und sein Weib“, Acryl auf Masse auf Leinwand, 2005, 130×110  >> 1.800 €



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